Kein anderes Gerät der Wiedergabekette wurde und wird in solch extremer Vielfalt hergestellt.

Wenn man bedenkt, dass das Ziel immer nur eine möglichst neutrale Wiedergabe der optisch, magnetisch oder mechanisch gespeicherten Informationen ist, verwundert die Anzahl der Wege dorthin sehr.

Andererseits sind auch die Hörbedingungen und die individuelle Wahrnehmung sehr vielfältig.

Wer kennt denn das tatsächlich ursprüngliche Klangbild? Und selbst wenn dies jemand für sich in Anspruch nehmen könnte, ist das, was die Tonmeister wollten, für alle Hörer verbindlich?

Oder ist es legitim, den eigenen Geschmack zum Maßstab zu machen?

Egal. Jeder Audiophile soll bekommen, was er möchte oder für richtig hält. Die Speicherung und Wiedergabe von Musik ist ohnehin immer mit Kompromissen behaftet. Z. B. käme es ohne Pegelkompression sicher zu deutlich mehr unfreundlichen Nachbarschaftsverhältnissen. Und für die Schallplatte wird der Amplitudengang bewusst verzerrt - und natürlich wieder entzerrt.

 

Was bietet Amp-Master an?

Ob dynamische Treiber, Magnetostaten oder Elektrostaten - alles kann repariert, modifiziert und optimiert werden - es kommt auf den Einzelfall an.

Schon die Optimierung von Frequenzeichen an den bevorzugten Stellplatz oder den Hörraum bringt große Fortschritte. Oder das Ermitteln der tatsächlichen Thiele/Small-Parameter mit Neuberechnung der optimalen Gehäuse und Reflextunnel kann nach Jahren des Gebrauchs sehr sinnvoll sein. Es kommt natürlich darauf an, zu welchen Eingriffen der audiophile Eigentümer, und idR seine Regierung, bereit ist.

 

Technisch gesehen bestehen folgende Schwachstellen:

  • Überlastete Schwingspulen führen zu Verformung (kratzendes Geräusch beim manuellen Bewegen der Membran) oder Durchbrennen.
  • Schaumsicken verspröden/verrotten im Laufe der Jahre durch UV-Licht. Die Schwingbewegung und Alterung führen zu Änderungen am Feder-Masse-System bzw. den Thiele/Small-Parametern.
  • Klebeverbindungen können im Laufe der Zeit nachgeben.
  • Elkos verlieren an Kapazität und/oder der Rs verändert sich.
  • Kontakte oxydieren.
  • Elektrostatenfolien verlieren an Leitfähigkeit oder Elastizität - auch in diesem Zusammenhang ist Rauchen schädlich.
  • Dass Kinder mit Vorliebe auf Kalotten drücken, ist vermutlich evolutionsbedingt unvermeidbar. Die Membranen lassen sich zwar leidlich wieder herstellen, aber der Klang bleibt "verstimmt".
  • Zu empfehlen ist der Austausch der Elkos gegen Folienkondensatoren und der Ferritkernspulen gegen nierderohmige Luft- oder so genannte Null-Ohm-Spulen.
  • Alle paar Jahre sollten dynamische Chassis um 180 Grad verdreht eingebaut werden - also oben wird unten.
  • Weil es sich bei dynamischen Wandlern um sehr niederohmige Bauteile handelt, macht sich jeder kleinste Übergangswiderstand negativ bemerkbar. Alle Kontaktstellen sollten regelmäßig gesäubert und Schraubklemmen kontrolliert bzw. nachgezogen werden. Mit entscheidend für die optimale Verbindung ist auch, mit welcher Sorgfalt die Kabel und Stecker konfektioniert wurden.
    Neuwertige oder gut gepflegte 4mm-Verbindungen (Bananenstecker/-buchse) besitzen einen Übergangswiderstand von ca. 0,3mΩ.
    Z. B. für Speakon-Buchsen/Stecker gibt der Hersteller einen Übergangswiderstand von <3mΩ an, den Amp-Master bestätigen kann. Da fällt die Entscheidung pro Banane leicht.
    Hier wird wieder deutlich, welche Rolle auch der Relaiskontakt im Verstärkerausgang spielt, da dessen Widerstand in Reihe zu o. g. Übergangswiderständen liegt.