Der Kopfhörer

Kopfhörer ermöglichen ein besonderes Hörerlebnis aufgrund des Wegfalls von Raumeinflüssen. Außerdem ähnelt das Hören der Betrachtung von optischen Gegenständen durch ein Mikroskop, was Musik besonders intensiv wahrnehmen lässt.

Hier sollen ein paar Besonderheiten beschrieben werden, die nicht so offensichtlich sind wie der Wegfall von Körperschall oder die strikte Trennung von linkem und rechtem Kanal.

Wenn der Tonmeister im Studio das Mastering vornimmt, ähnelt die Situation dem Hören bei uns zu Hause bzw. ist an die jeweilige Zielgruppe angepasst.

Standardmäßig werden die Schallwandler in 3m bis 4m Entfernung zum Hörplatz stehen. Der Amplitudengang wird also für den Hörplatz optimiert. Da hohe Frequenzen auf dem Weg vom Schallwandler zum Ohr schon eine Dämpfung durch den Luftraum erfahren, wird klar, dass diese in der Nähe des Hochtöners im Verhältnis zu den unteren Frequenzen intensiver werden.

Und weil sich der Wandler des Kopfhörers sehr nah beim Gehör befindet, werden die hohen Frequenzen oft als zu intensiv bis schrill empfunden.

Wenn also der Amplitudengang eines Kopfhörers zu den hohen Frequenzen hin einen Abfall zeigt, sollte das eher von Vorteil sein - wobei es schwierig ist, rein theoretisch über konkrete Werte in dB zu reden, weil auch die jeweilige Messmethode und eingesetzte Filter einen großen Einfluss haben.

Auch per Kopfhörer ist eine mehr oder weniger breite und tiefe Klangbühne vorhanden. Was in manchen Testberichten erwähnt wird aber zu wenig Beachtung findet ist der Einfluss der Ohrpolster und des Kopfbügels. Den größten Einfluss auf die räumliche Abbildung hat die offene oder geschlossenen Bauweise, wobei erstere die breitere Bühne erreichen. Dass aber auch der Kopfbügel mehr oder weniger die Schwingungen von rechts nach links und umgekehrt übertragen kann und damit das Räumlichkeitsempfinden beeinflusst, dürfte überraschen. An dieser Stelle könnten die Hersteller sicher noch einige bewusste Optimierungen vornehmen.